seinleben


...war viel zu früh zu Ende!

Im Alter von 18 Jahren ( 16 Tage vor seinem Geburtstag) verunglückte er und  verlies  die Erde 4 Wochen später...

Am 07.02.1985 in Schwerin geboren, mit seinen 2 Schwestern und 2 Brüdern aufgewachsen und am 21. Januar 2004 viel zu früh aus dem Leben gerissen.

Erinnerung... (geschrieben von Deiner Schwägerin Annika)

Es war so gegen 22.00 Uhr, plötzlich klingelt es an der Haustür " Sturm"...Mein Mann öffnet gereitzt die Tür, " Wer klingelt denn noch so spät, der kleine schläft"?Ein bekannter erlärt er wolle doch nur Bescheid sagen, dass Michi einen Unfall hat und ...A. fährt sofort mit Ihm mit, zur Unfallstelle...Er hat recht, Michi hat einen Unfall und es steht nicht gut mit Ihm. Milzriss und Schädelverletzungen hatte er sich zugezogen, ein Aufprallunfall mit einem PKW.

Er wurde sofort mit dem Notarzt in die Uni Lübeck gefahern. Er wurde mal hierhin, mal dorthin innerhalb des Klinikums verlegt.  Wir besuchten Ihn jeden Tag. Es wurde ein Plan gemacht, so das unser Michi jeden Tag Besuch hatte. Die Ärzte meinten das sei sehr wichtig für die Genesung. Die Folgen des Unfalls waren teilweise Lähmungen am ganzen Körper, er konnte nicht mehr sprechen, nicht mehr selbstständig Essen und Trinken. Viele Sachen des alltäglichen Lebens, die wir als selbstverständlich sehen, konnte er nicht mehr. Er war ein begnadeter Fußballspieler und Fan. Die Feuerwehr bestimmte auch sein Leben...

Der erste Besuch bei Michi im Krankenhaus, war hart...Man wußte nicht was ein erwartet, ich war zu diesem Zeitpunkt schwanger ( 6. Monat)...Nun ist es ja schon fast 7 Jahre her, ich versuche mich daran zu erinnern ...Er lag auf der Intensivstation der Neurologie, einen Verband um den Kopf mit schläuchen. Diese sollten Druck Kopf ablassen...Schürf- und Schnittwunden im Gesicht zeichneten ihn. Ich glaube am Bein hatte er sich auch was getan...Zudem lag er im künstlichen Koma, um seinen Körper zu schützen. Wir hattten Tränen in den Augen beim Anblick meines Schwagers.

Alle 3 Tage besuchten wir Ihn, doch jedesmal standen wir vor einem leeren  bzw. falsch besetzten Bett!

Beim 1. mal gingen wir vom schlimmsten aus...

Michael wurde mehrmals verlegt, diese Verlegungen wurden uns aber nie bekannt gegeben. Da fragt man sich echt wozu man eine Telefonnummer angeben soll, wenn eh alle machen was sie wollen. Aber ist ja mal wieder typisch ...

Ich werde ein erlebnis mit meinem Schwager im Krankenhaus nie vergessen, wir wollten Ihn besuchen und fragten das Personal wo er sein Zimmer hätte.!? Sie zeigten auf die letzte Tür links im Gang. Wir gingen zum Ende des Ganges und ich dachte es wäre die Abstellkammer. Es war so dunkel, also keine Beleuchtung, dabei muss es so ca. 17.00 Uhr gewesen sein...Wir gingen hinein und schalteten das Licht ein, da war Michi...

Ganz allein, in einer dunklen Kammer. Bloß weil er nicht sprechen konnte bzw. weil er sich nicht in der Lage war sich zu währen. Er war nicht zugedeckt, er hatte kalte Beine und  von Privatsfähre brauchen wir garnicht sprechen... 

Durch solche Begebenheiten ist man "Krankenhausgeschädigt"!

Es ging Ihm von Tag zu Tag besser. Den einen Tag hatte er die Augen offen und dirigierte mit den Fingern, zuletzt sass er im Bett und schaute sich Feuerwehrbücher an. Ja er zeigte sogar mit Finger auf seine liebste Wehr.

Aber das Schicksal meinte es nicht gut mit Ihm.

Er sollte auf Reha, sein behandelter Arzt beführwortete dieses sehr. Um seine Fortschritte zu verbessern bzw. noch mehr aus Ihm raus zuholen. Aber die Kranken kasse, welche ich hiernicht nennen darf, lehnte es ab. Da muss man sich echt fragen, wozu wir sowas haben. Ne Krankenkasse, die bei einem 90 jährigen eine Herz OP machen mit anschließender Reha...

Und einem 18 Jährigen dieses verweiger. Ich muss dazu sagen, wir leben in Meck Pomm, an der Landesgrenze zu Schleswig- Holstein, wir schlugen vor das er nach Geesthacht geht, für uns schnell erreichbar( ca. 60 km). Zudem hatte diese Klinik einen guten Ruf. Mein Großvater war bereits dort gewesen und berichtete nur gutes.

Die Krankenkasse lehnte den " Westen " ab, wenn dann nur nach Schwaan- Waldeck ( bei Rostock)! Also wer im Osten versichert ist, soll auch im Osten behandelt werde. Totaler Schwachsinn, er lag ja die ganze Zeit in Lübeck...

Meine Schwägerin hat der betreffenden Krankenkasse auch noch einen Brief geschrieben, aber diese hat garnicht reagiert.

Aber das ist eine andere Geschichte, die uns Michi auch nicht zurück bringt!!!

 

Nun gut bevor man garnichts hat, nahmen wir das Angebot Schwaan an...

Meine Schwägerin fuhr mit dem Krankenwagen mit, damit Michi nicht allein war. Warum Krankenwagen?

Na, weil das einfach billiger war. Wie sich später herausstellte, hatte er mehrere Blutgerinsel. Ein Transport mit dem Heli wäre sinnvoller gewesen...

In Schwaan angekommen, verpasste man meiner Schwägerin gleich mehrere Dämpfer. Als gelernte Altenpflegerin wusste sie was sie sagte bzw. worauf man achten musste usw.

- Besuchszeiten sind nur am Wochenende, keine Ausnahmen...

- Bin ich der Arzt oder Sie?

Sowas wird einem da an den Kopf genallt, da weist Du gleich wieder wo Du bist.

Wir konnten Ihn nicht besuchen, in Lübeck hat Ihn jeden Tag einer von uns besucht und da keiner.

Nach Feierabend in der Woche durften wir nicht und bis zum Wochenende hat er es nicht mehr geschaft. Ich denke er hat sich ausgegeben. Keiner kommt mehr, was soll ich denn noch hier...

Er wurde dann nach einigen Tagen, in die Uni Rostoch eingeliefert, da einige Probleme aufgetreten waren, die man abgeklährt haben wollte. Ohne persönliche Sachen wurde er dort hingebracht. " Wozu auch, kann ja eh nix sagen" Echt traurig wie mit jemandem umgegangen wird, der sich nicht währen kann. In Lübeck war es so wichtig, persönliche Sachen von Michi mitzubringen. Damit er sich erinnert... und dort vergisst man...

Mein Mann wurde Vormund von Michael schon in Lübeck, dieses beschlossen seine Geschwister um schnell reagieren zu können. In Sachen Med. Untersuchungen, Behandlungen usw.

Als Michi dann in Rostock ankam, rief man unsan. Also die Klinik Rostock, nicht die Reha Sch. Warum diese uns nicht angerufen haben, weiss keiner.

Jedenfalls wollte die Uni einige Untersuchungen durchführen, wozu diese aber eine Einverständniserklärung von meinem Mann brauchten. Per Fax willigte er ein. Auch wenn einige Stimmen meinten: "Ich hätte diesem nicht zugestimmt", denke ich, das dass wohl nicht in seinem Interesse gewesen wäre. Er wollte leben und es war eine Untersuchung... Ausserdem war es nicht Todesursache!

Am Nachmittag des 21.01.2004, klingelte erneut das Telefon mit dem Rostocker Klinikum. Diesmal klang es aber anders, ernster. Ich nahm das Gespräch entgegen und sprach mit dem zuständigem Arzt. Dieser wollte mir natürlich keine Auskunft geben. Er bat mich dringends meinen Mann ans Telefon zu holen. Der war aber nicht da. wir vereinbarten, das der Arzt in 10 Minuten wieder anrufen wird. Als mein liebster endlich auffindbar und wieder zu haus war rief aber kein Arzt an. Mir war schon ganz komisch...

Mein Mann wollte aber nicht warten und rief in Rostock an. Was man Ihm dort sagte, veränderte unser Leben...

Michi verstarb am 21.01.2004 um 16.40 Uhr in Rostock

Das erste was wir dachten und auch sagten war, wir müssen zu Ihm. Das taten wir auch, mein Schwager M., meine Schwägerin C., mein Mann  und ich fuhren schnellst möglich nach Rostock. Dort mussten wir dann aber noch ewig warten ( zumindest kam es mir so vor) bis der zuständige Arzt da war bzw. bis wir zu Michi durften.

Wir verabschiedeten uns von Ihm und baten um die persönlichen Sachen. Man teilte uns mit, das er ohne eingeliefert worden sei. Wir haben bloß gesagt: " Das kann doch nicht war sein". Aber es war so, wir fragten noch wie es Michi am Tage ging. Und der Arzt meinte gut, er habe durchs Zimmer geschaut und genau beobachtet was bei Ihm gemacht wird.( Blut abnehmen, Blutdruck messen usw.)

Schon komisch eine viertel Stunde vorher war alles soweit man sagen kann ok und dann im nächsten Augenblick ist alles vorbei...

Die Frage Warum beantwortet uns keiner und ob alles gut geworden wäre!? Er wählte diesen Weg und wir mussten Ihn annehmen!!!

Danke für die Zeit mit Dir!

 

 

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